Trampolinspringen (OLY)
Willkommen im Portal für alle Fachinformationen und Daten zum Leistungs- und Hochleistungssport Trampolinspringen in Niederösterreich!
Was ist Trampolinspringen?
Der Weltturnverband FIG schwärmt wie folgt: „Trampolinspringen symbolisiert Freiheit, Fliegen und Raum. Die mehrfachen Salti und Schrauben auf einer Höhe von bis zu 10 Metern setzen feine Technik, perfekte Körperbeherrschung und höchst ästhetisches Bewegungsgefühl voraus. Das Trampolin wird aber auch als Trainingshilfsmittel für alle Sportarten verwendet, die akrobatische Elemente beinhalten. Trampolinspringen ist spektakulär. Es assoziiert Mut, Eleganz, Leichtigkeit, Magie und Jugendlichkeit.“
Trampolinspringen ist in der Disziplin "Großtrampolin Einzel" eine olympische Sportart. In Österreich erhalten die Gewinner der folgenden 4 Disziplinen Staatsmeistertitel am Großtrampolin: Einzel Damen, Einzel Herren, Synchron Damen, Synchron Herren. Analog zu den anderen Turnsportarten werden die Titel in der höchsten Klasse Elite (international senior) vergeben. Die jüngste Wettkampf-Disziplin ist das Doppelmini-Trampolin.
Im Nachwuchsbereich werden Bewerbe in Kinder- und Jugendstufen ausgetragen, Erstere meist regional, Letztere auch im Rahmen von Österreichischen Meisterschaften.
Was braucht's?
Hochklassiges Trampolinspringen fordert fehlerfreie Technik und Mut, vor allem beim Erlernen neuer Bewegungen. Auf Topniveau ist es extrem kraftvoll und dynamisch. Nur koordinativ hoch Begabte können bei professionellem Training die komplexen Anforderungen der Weltklasseküren erfüllen.
Die ersten österreichischen Kinderwettkämpfe stehen Talenten meist schon nach einem halben bis dreiviertel Jahr Training offen. Quereinsteiger aus verwandten Sportarten wie Kunstturnen, Wasserspringen, Ski-Freestyle oder Parkour können innerhalb desselben Zeitraums die Trampolin-Wettkampfreife auf nationalem Niveau erreichen. Für internationales Niveau muss aber – wie in allen Turnsportarten – mehrere Jahre lang hart trainiert werden. Das beste Einstiegsalter liegt zwischen 7-10 Jahren. Die Weltklasse - im Schnitt zwischen 18 und 30 Jahren alt - absolviert ein professionelles Full-Time-Programm mit 2x täglichem Training (insgesamt pro Tag rund sechs Stunden) fünf bis sechs Mal die Woche, also rund 30 Wochenstunden Trainingsauwand pro Woche.
Die Trainingsinfrastruktur erfordert Trainingshallen von mindestens 8 Metern Höhe im Anfängerbereich, die Weltspitze springt jedoch 9 Meter und mehr. Im Gegensatz zu Trampolinen in Freizeitanlagen kennzeichnet ein Wettkampf-Trampolin seine sehr große Wurfkraft. Um die Springer/innen auf fast 10 Meter Höhe zu katapultieren benötigt man einen Rahmen von 5.2 x 3.05 Metern, der über einen Meter (115 cm) über dem Boden steht. Das Sprungtuch ist mit 118 Stahlfedern am Rahmen befestigt und selbst auch noch sehr elastisch: Es besteht aus einem Geflecht von eng verknüpften Nylonbändern.
Bewertung
Bewertet wird je eine Pflicht- und eine Kürübung (seit 2022 in der Elite zwei Küren und keine Pflicht) in der Qualifikation und eine weitere Kür im Finale der acht Besten jeder Wettkampfklasse.
Jede Übung besteht aus 10 aneinander gereihten Einzelsprüngen. Bei der Pflichtübung sind einige Sprünge vorgegeben, die gezeigt werden müssen. In der Kür versucht jede:r Teilnehmer:in entsprechend ihrer/seiner Neigungen und des Leistungsstandes möglichst schwierige Sprünge gut zu turnen.
Sechs Haltungs-Wertungsrichter*innen beurteilen allein die Ausführung einer Übung, die maximal 10.0 Punkte erreichen kann.Bei der Pflichtübung kommt zu dieser Note ein geringer Schwierigkeitsbonus dazu, der von der gezeigten Pflicht abhängt. Bei der Kürübung addiert sich zur Haltungsnote noch der Wert für den Schwierigkeitsgrad, der mathematisch genau nach der Anzahl der geturnten Salto- und Schraubendrehungen, sowie der Körperposition (gehockt, gebückt oder gestreckt) berechnet wird. In die Endnote wird weiters die „Time Of Flight“ einberechnet, je höher man springt und daher länger in der Luft ist, desto besser.
Quelle: Turnsport Austria